Dieser offene Brief bezieht sich auf den Artikel vom 17. Februar 2014 05:00 auf sueddeutsche.de:
Affäre um Tebartz-van Elst Bischof soll Geld aus Stiftung abgezweigt haben




Sehr geehrter Herr Drobinski,

 


ich schreibe Ihnen diesen offenen Brief, weil ich leider davon ausgehen muss, dass die Pressestelle des Bistums Limburg wieder nicht in der Lage oder willens ist, auf Ihren Unterstellungstext zu reagieren. Vorweg will ich Ihnen aber mitteilen, dass ich von Ihnen enttäuscht bin. Bisher haben Sie wenig aber gut informiert und faktenorientiert über Limburg geschrieben oder kommentiert. Jetzt begeben Sie sich in den Niveaumorast eines Boulevardblättchens, bedienen sich ominöser Quellen und schreiben im Konjunktiv. Eigentlich sollte das mit Ihrem Berufsethos und Ihrer persönlichen Ehre nicht vereinbar sein.


Schauen wir uns aber Ihren Text an: Sie schreiben etwa 3500 Zeichen oder auch 450 Wörter. Keinen einzigen Satz können Sie mit nachprüfbaren Fakten belegen. Dennoch formulieren Sie so, dass beim Leser Gefühle hervorgerufen und Eindrücke hinterlassen werden. Nämlich, dass da ein ganz übler Bursche sich Gelder für arme und kinderreiche Familien unter den Nagel gerissen habe.


Sie formulieren geschickt so, als seien die von Ihnen zusammengetragenen Gerüchte Fakten. Aber das ist nicht mal sicher. Dennoch lassen Sie das stehen. Aus Ihrem Text geht auch nicht hervor, ob die vermeintliche Verwendung dieser Stiftungsmittel rechtens war oder nicht. Sie weisen nicht darauf hin, dass da wahrscheinlich noch Klärungsbedarf besteht. Das können Sie und wir Leser nicht beurteilen, weil wir weder die Rechtslage dazu kennen, noch liegt uns der Prüfbericht vor, in dem das eventuell dargestellt ist. Ist das saubere journalistische Arbeit?


Bei der Beurteilung der Gesamtprojektsumme berufen Sie sich auf sogenannte Insider. Ist Ihnen bewusst, wie wenig vertrauenswürdig diese Limburger „Insider“ sind? Ist Ihnen in den vergangenen Monaten nicht aufgegangen, dass im Bistum Limburg bis in die unteren Ränge des Ordinariates hinein, ein Esel den anderen „Langohr“ schilt? Hätten Sie sich wenigstens der Pressestelle bedient, dann hätte man Ihnen zumindest hilflos mitgeteilt, dass wegen des Mangels an seriösen Informationen dazu nichts anderes gesagt werden kann, als dass nach bisher vorliegenden Informationen die Bausumme 31 Millionen Euro betrage.
Wie ist also Ihr Text zu werten?


Sie sorgen schon jetzt dafür, dass der Prüfbericht nicht sonderlich ernst genommen werden kann. Die Prüfer waren ausgewählt worden, weil sie als „ehrenwerte und sachkundige Männer“ galten. Sollten die Gerüchte, die Sie für Ihren Text verwenden, tatsächlich auf Informationen aus dem Bericht basieren, so wäre es mit der Ehrenhaftigkeit der Kommissionsmitglieder vorbei. Denn offensichtlich hat dann mindestens einer sich nicht an die notwendige Verschwiegenheit und Diskretion einer solchen Aufgabe gehalten. Da kann man eigentlich nur noch froh sein, dass die Deutsche Bischofskonferenz über Ihren Sprecher Matthias Kopp, immer wieder die Urheberschaft für diese Kommission eingefordert hat. Denn dann waren es die „Männer der DBK“, die sich nicht an die vereinbarte Vertraulichkeit gehalten haben. Was man von solchen Vertrauensbrechern zu halten hat, darf gerne jeder selbst beurteilen.


Sie tragen nichts zur Aufklärung bei. Gleichzeitig tun Sie so, als verfügten Sie über Fakten und animieren durch Ihre Berichterstattung die Leser zu einem Urteil über den Bischof von Limburg, Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst. Würden Sie über einen Terroristen schreiben, der mit einem rauchenden Colt über sein Opfer gebeugt verhaftet wurde, dann würden Sie dennoch permanent vom „mutmaßlichen Täter“ schreiben. Dazu hat dieser ein Recht, bis er verurteilt wurde.


Dem Bischof von Limburg aber gestehen Sie durch Ihre Art der Darstellung dieses Recht nicht zu.

Thomas Schührer
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Thomas Schührer, Durchblick e.V.
Weinbergstr. 22, 76684 Östringen-Tiefenbach
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»Dem wahren Gesicht des Islam begegnet man nicht auf der deutschen Islamkonferenz. Man begegnet ihm in Ländern wie Pakistan.«

Der Berliner Autor Zafer Senocak, in einem Kommentar für die Theo van Gogh Gesellschaft, zitiert von kath.net, 04.01.2008