Wenn Medien so schnell berichtigen und korrigieren müssten, wie sie durch Fehlinformation einem Menschen oder einer Institution schaden oder diese gar vernichten können, würde sich manche Redaktion eventuell zweimal überlegen, was sie veröffentlicht. Da das aber nicht so ist, müssen wir immer wieder Texte ertragen, wie ihn Andrea Jeska Anfang April in der ZEIT veröffentlichen durfte. Sie schildert dort einen Kampf. Einen Kampf von Gut gegen Böse, von Schwarz gegen Weiß und Mächtig gegen Hilflos.

 

Gut ist nach Meinung Jeskas in diesem Fall eine inzwischen aus dem Orden ausgeschlossene Schwester. Böse sind der Orden und ein Bischof, wenn man Jeska vertrauen darf. Gut ist, dass diese Schwester ein beachtenswertes Lebenswerk aufgebaut hat und gut ist auch, dass diese Schwester Miligitha, so ihr Ordensname, während der Massaker an Tutsi in Ruanda blieb und sich um rund 100 frisch verwaiste Kinder kümmerte. Böse ist der Orden, der sie ins Mutterhaus zurück beorderte. Böse ist auch der Bischof, der den Orden ins seinem Bemühen unterstütze. So ist der Tenor des Textes.

Das Interessante an diesem Text aber scheint zu sein, was nicht niedergeschrieben wurde. Denn nach seiner Veröffentlichung wandte sich der Orden in einer Erklärung an die Öffentlichkeit und zeigte auf, dass die Geschichte eventuell doch nicht so einfach gestrickt ist, wie Jeska die Leser der ZEIT glauben macht. Und bei diesen Mängeln in der Darstellung scheint es sich nicht nur um Informationsverluste zu handeln, die man als Journalist leider immer wieder hinnehmen muss, wenn komplexe Sachverhalte auf beschränktem Raum erklärt werden sollen. Der Orden bemängelt, dass Jeska Informationen nicht in den Text einfließen ließ, die die Autorin bereits im Januar erhalten hatte.

So erklärt die Oberin in einem Brief an Jeska gut verständlich, dass der Staat Ruanda die Arbeit bzw. die Zustände in der von Schwester Miligitha geleiteten Einrichtung bemängelt und daher um eine Nachfolgeregelung für die Ordensfrau bat. Deutlich wurde auch dargestellt, dass Sr. Miligitha sich nach Meinung der Ordensleitung und der Verantwortlichen im ruandischen Gesundheitswesen nicht ausreichend um eine Weiterentwicklung ihrer Einrichtung kümmerte, auch indem sie selbst nicht an Versammlungen der Verantwortlichen teilnahm.  Es gibt noch weitere Punkte, die den Orden und den münsteraner Bischof entlasten würde, wenn sie von Jeska dargestellt worden wären.

Nun lässt sich selbst in Deutschland nicht mehr jeder Orden alles von den Medien gefallen. Denn nach Meinung des Ordens und des Bistums Münster ist das, was Jeska da zusammengeschrieben hat nur eine Seite der Medaille. Fasst man die Vorwürfe zusammen, so entsteht letztlich der Eindruck eines verheerenden handwerklichen Versagens. Und so haben Orden und Bistum beim deutschen Presserat gegen Art und Inhalt des Textes Beschwerde eingelegt und bezweifeln die lauteren Absichten der Autorin.

Wir werden den Vorgang weiter beobachten und eigene Recherchen anstellen.


 

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Zitat des Moments

»Seien wir ehrlich: die Fähigkeit, Berufungen zum Priesteramt und zum Ordensleben zu fördern, ist ein sicheres Zeichen der Stärke einer Ortskirche. [...] Programme, Pläne und Projekte haben ihren Platz, aber das Erkennen einer Berufung ist vor allem Frucht des innigen Dialogs zwischen dem Herrn und seinen Jüngern.«

Papst Benedikt XVI. an die Bischöfe der USA in Washington am 16.4.2008