Pille danach, Foto: kewagi / flickr.com / CC BY NC 2.0Berichte über einen starken Anstieg der Nachfrage nach der sogenannten "Pille danach" rufen warnende Stimmen auf den Plan.

In der ersten Woche nach Aufhebung der Rezeptpflicht für die "Pille danach" wurden deutlich mehr Packungen von den Apotheken abgegeben als vorher. Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) warnt, dass nicht der falsche Eindruck entstehen dürfe,die Einnahme des Mittels sei bedenkenlos möglich. Auf keinen Fall sollte es zu einer regelmäßigen Einnahme als alternatives Verhütungsmittel kommen. Eine ärztliche Beratung sei trotz Rezeptfreiheit weiterhin sehr sinnvoll. Die Bundesärztekammer und die Fachgesellschaften der Gynäkologen in Deutschland warnen vor einer schlechteren Beratungsqualität in den Apotheken und fordern, dass die Packungsbeilagen eine Empfehlung zur ärztlichen Beratung enthalten sollten. 

 

Die „Pille danach“ ist ein hoch dosiertes hormonelles Mittel, das dazu bestimmt ist, kurzfristig nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eine eventuelle Schwangerschaft zu verhindern. Lebensrechtler weisen seit langem auf die nachweisbar bestehende nidationshemmende, d.h. auch abtreibende Wirkung der Präparate hin. Seit Mitte März ist die "Pille danach" ohne Rezept erhältlich. Bundestag und Bundesrat hatten im Januar 2015 beschlossen, die Arzneimittelverschreibungsverordnung zu ändern und die Rezeptpflicht für die "Pille danach" aufzuheben. Der Beschluss war eine Reaktion auf einen Akt der EU-Kommission, die die „Pille danach“ aus der Verschreibungspflicht herausgenommen hatte.


 

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Zitat des Moments

»Die Gremien und Räte müssen reduziert werden. »Rat« heißt auf Russisch »Sowjet«. Ist die Kirche heute nicht eine Art unbewegliche »Sowjetunion« geworden, wo wunderschöne Protokolle, Papiere und Leitlinien verfasst werden, aber der Effekt auf das Leben gleich null ist?«

Pater Karl Wallner, Rektor der Päpstlichen Hochschule »Benedikt XVI.« Heiligenkreuz in »Kirche heute« 12/2007