Thomas Schührer vor dem Gebäude des Bayerischen Rundfunks, Foto: Andreas KobsIm Wochenkommentar von Radio Horeb behandelt Thomas Schührer die Gefahr, die von schlechtem Journalismus für die Gesellschaft ausgeht. Der Durchblick dokumentiert eine Transkription des Kommentars, den Sie hier im Original nachhören können. 

 

Liebe Hörerinnen und Hörer von Radio Horeb,

wenn der Druck in einem Kessel zu groß wird, dann platzt er. Deshalb hat auch jeder Schnellkochtopf ein Überdruckventil.  

In vieler Hinsicht ist unsere moderne Mediendemokratie wie ein Schnellkochtopf.  Die Sorgen und Ängste der Menschen können über längere Zeit hochkochen oder es können sich innerhalb kürzester Zeit Erregungswellen hochschaukeln, nicht zuletzt aufgrund der neuen Möglichkeiten des Internets. Das kann Druck erzeugen. Dann muss auch mal Dampf abgelassen werden. Die Ventile dafür sind die Medien, die haben tatsächliche Vorgänge und Meinungen abzubilden. Demokratie lebt davon, dass diese Ventile funktionieren - und zwar für das gesamte demokratische Meinungsspektrum.

Wenn  aber die Ventile für bestimmte Meinungen einseitig mit aller Macht zugehalten werden, dann baut sich ein ungeheurer Druck auf. Das kann niemand wollen. Das kann nicht einmal derjenige wollen, der eine bestimmte Meinung gerne beiseite schieben möchte. Denn wenn diese sich nicht durch öffentliche Äußerung entladen kann, besteht die Gefahr, dass sich  immer mehr Menschen für radikale Positionen mobilisieren lassen.

Besonders groß ist die Gefahr, wenn die Ventile auch in den Apparaten  der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten durch Einseitigkeiten im Journalismus verstopfen. Nicht umsonst ist den Öffentlich-Rechtlichen die “Ausgewogenheit” in die Programmgrundsätze hineingeschrieben worden.

Teile der Grünen haben in ihren Anfangsjahren mit Steinen geworfen und Gewalt angewendet. Das brauchen sie jetzt nicht mehr, weil ihre Themen und Argumente überall diskutiert werden, in den Medien, in den  Parlamenten. Der Druck ist aus dem Topf genommen.

Ein Körnchen Wahrheit ist auch in Extrempositionen enthalten, von weit links bis weit rechts. Nur wenn über alle Themen und Ansichten offen diskutiert werden kann, ist eine vernünftige Meinungsbildung möglich, können sich die guten Argumente gegen die schlechten durchsetzen. Die Wahrheit siegt dann Kraft der Wahrheit und unsinnige Ansichten finden keine breite Zustimmung. Das macht eine Demokratie stabil und widerstandsfähig.

Ich nehme mit Sorge wahr, dass wirklich christliche Positionen immer weniger Raum finden und dass umgekehrt dem Christentum gegenüber ausgesprochen feindlich eingestellte Beiträge auch mit äußerst unfairen Methoden arbeiten können, ohne dass dies von der Senderleitung oder Chefredaktion unterbunden wird.

Wenn jetzt in einem Theater in Berlin christliche Frauen wie Gabriele Kuby, Hedwig von Beverfoerde oder Birgit Kelle voller Hass angegriffen werden und von der Bühne aus dazu aufgerufen wird, ihnen in den Kopf zu schießen, damit sie endlich ruhig sind, dann hat das nichts mehr mit Kunst zu tun. So aufgestachelt können sich Gewalttäter ermuntert fühlen, diese Aufforderung in die Tat umzusetzen. Und tatsächlich gab es bereits erste Brandanschläge auf Eigentum der betroffenen Frauen.

Christliche Autoren sollen dadurch mundtot gemacht werden. Andere sollen abgeschreckt  werden, überhaupt den Mund erst aufzumachen. Andersdenkende werden mit Brandanschlägen eingeschüchtert, ohne dass dies thematisiert würde in den Leitmedien.

Wenn im Bayerischen Rundfunk völlig willkürlich und grundlos der Anschein von Nähe zwischen einer christlichen Autorin und der rechtsradikalen NPD erweckt wird, in rufschädigender Weise, obwohl es gar keine Kontakte gibt, und Christen unter Generalverdacht und in eine Reihe mit islamistischen Terroristen gestellt werden, weil sie angeblich “bisher” nur verbale Sprengsätze zünden würden, dann ist das nicht nur kein guter Stil und journalistisch unredlich , sondern es verletzt auch die Regeln des Anstands und der demokratischen Diskussionskultur.

Die Bürgerinitiative für FaireMedien hat dazu ein Podiumsgespräch im Münchner Presseclub veranstaltet und den Vorsitzenden des Rundfunkrates des Bayerischen Rundfunks Dr. Lorenz Wolf damit konfrontiert. Ein Mitschnitt dieses spannenden und erhellenden Gesprächs ist auf der Internetseite von FaireMedien.de zu sehen.

Die Medien, die auch als vierte Gewalt im Staat bezeichnet werden, schwingen sich immer mehr dazu auf, Gedankenpolizei zu sein. Dabei hat sie niemand zum Richter ernannt. Verschärft wird die Situation, weil insbesondere bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten immer mehr der Eindruck entsteht, daß sie zum Staat im Staate werden und sich der demokratischen Kontrolle zunehmend entziehen.

Es ist die Aufgabe der Bürger, dem Einhalt zu gebieten und die demokratische Kontrolle wiederzugewinnen. Ich fürchte, das eilt. Wir sind in eine Falle geraten, die langsam aber stetig zugeht. Sobald Aussagen, die unangenehm sind, als “Haßkommentare” strafbar werden - und daran wird gearbeitet - ist es mit unserer Freiheit dahin. Das kann schneller kommen als wir meinen.

Wir müssen das Meinungsmonopol der Leitmedien, besonders der Öffentlich-Rechtlichen, entschlossen durchbrechen, indem wir sehr genau hinschauen und hinhören, kritisch nachfragen und Informationen überprüfen.

Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf. Zur Freiheit gehört Verantwortung.

Wenn Sie es können, dann schreiben Sie an Redaktionen, schreiben Sie Leserbriefe, überprüfen Sie Meldungen und konfrontieren Sie die Redaktionen mit der Wahrheit. Stellen Sie Journalisten zur Rede. Tun Sie dies bitte immer sachlich und unpolemisch. Seien Sie unnachgiebig in der Sache, aber werden Sie bitte nie beleidigend. Orientieren Sie sich immer an den Fakten. Fragen Sie nach. Helfen Sie mit, Gegenöffentlichkeit zu schaffen.

Und beten Sie, daß der Herr uns das Geschenk der Freiheit erhält. Beten Sie, daß der Herr Menschen in den Prophetendienst ruft, die laut und wirksam widersprechen, die den Mächtigen in Politik und Medien sagen, was sie nicht hören wollen, und die diesen Kampf um unsere Freiheit erfolgreich führen dürfen.  


 

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Der Durchblick e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für die Verkündigung des katholischen Glaubens sowie für das Lebensrecht einsetzt.

 

Zitat des Moments

»Die Kirche im Kontext des Mißbrauchs wegen ihrer Lehre anzuklagen ist, als ob man die Feuerwehr als solche pauschal anklagen und abschaffen wollte, weil eines ihrer Mitglieder Feuer gelegt hat (was bekanntlich schon vorgekommen ist) oder andere Feuerwehrleute trotz Alarm nicht ausrücken wollten.«

Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun in »Die Tagespost« vom 27.2.2010