8.2.2011

 

"Misereor" fördert "Vernetzte Erde" nicht mehr

Das katholische Hilfswerk „Misereor“ fördert das Schülerprojekt „Vernetzte Erde“ nicht mehr. Dies teilte „Misereor“-Pressereferent Gottfried Baumann auf Anfrage des Durchblick mit.

In der November-Ausgabe hatte der „Durchblick“ über dieses Schülerprojekt in Nordrhein-Westfalen berichtet. Ziel der unter der Schirmherrschaft der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin stehenden Aktion ist laut eigenen Angaben „Jugendliche an eine komplexer werdende Welt mit zahlreichen und wachsenden globalen Herausforderungen heranzuführen“.

Auf der Homepage dieses Projekts wurde u.a. die katholische Kultur der Philippinen (außer Osttimor das einzige Land Asiens mit katholischer Bevölkerungsmehrheit) für die Entwicklungsprobleme der Philippinen verantwortlich gemacht und herabgesetzt sowie künstliche Verhütung und Abtreibung befürwortet.

(Nebenbei: Die katholisch geprägten Philippinen haben in Asien eine vergleichsweise sehr niedrige Aids-Rate.)

Laut Homepage von „Vernetzte Erde“ gehörten auch das katholische Hilfswerk „Misereor“ und der „Evangelische Entwicklungsdienst“ zu den Förderern des Projekts. Nach dem Bericht im „Durchblick“ hatten viele Leser bei "Misereor" protestiert. Kurz darauf beendete „Misereor“ die Unterstützung.

Auf Anfrage des „Durchblick“ teilte der Pressesprecher von „Misereor“ mit, dass das Hilfswerk ursprünglich das Projekt unterstützt habe, es mittlerweile aber nicht mehr unterstütze. Als Grund gab er an: „Wir halten einige Seiten der website inhaltlich für problematisch bzw. einseitig in der Darstellung.“

Leider ging die Antwort von "Misereor" erst nach Drucklegung des Januar-„Durchblick“ bei uns ein und konnte dort nicht mehr berücksichtigt werden.

 


 
 

Zitat des Moments

»Die Kirche [...] kann nicht auf eine einfache Sozialagentur reduziert werden, wo der Dienst am Nächsten nur aus beruflichen oder wirtschaftlichen Gründen heraus oder von allgemeinen humanitären Prinzipien her motiviert ist. Die Kirche ist die Gemeinschaft derer, die die Quelle der Liebe erkennen, die sie zu handeln drängt, nicht aus sich selbst heraus, sondern in Gott.«

Aus einem Kommentar des Erzbischofs von Chieti-Vasto, Bruno Forte, auf die Forderung, die Kirche solle ihren völkerrechtlichen Sonderstatus aufgeben; zitiert von »Radio Vatikan« am 18.08.2007