Bis zur Liturgiereform feierte die Kirche an diesem Tag den heiligen Bischof Valentin von Terni. Einer Legende zufolge soll er trotz Verbots des heidnischen Kaisers heimlich Liebende kirchlich getraut haben. Doch sind dies wohl nur nachträgliche Erklärungen eines schon bestehenden Brauches.

 

Plausibler ist die Erklärung des Brauchforschers Dietz-Rüdiger Moser: Demnach war der 14. Februar ursprünglich das Lichtmeßfest. Da Weihnachten zunächst am 6. Januar gefeiert wurde, fiel die Feier der Darstellung des Herrn 40 Tage später auf den 14. Februar. Mit der Verlegung des Weihnachtsfestes auf den 25. Dezember und damit auch des Lichtmeßfestes auf den 2. Februar wurde der 14. Februar zu einem »leeren« Tag.

Als Tag der Liebenden erhielt er einen neuen Sinn, zumal der Einzug Jesu in den Tempel auch gedeutet wurde als Einzug des himmlischen Bräutigams, der sich mit der Kirche vermählt. Die Feier der Liebenden ist gewissermaßen eine irdische Variante dieses Geheimnisses.

 

Mit der Liturgiereform 1970 wurde Valentin aus dem kirchlichen Kalender gestrichen, den Reformern schien seine historische Existenz nicht gesichert. Doch die Menschen feierten den 14. Februar nach wie vor als Fest der Liebenden – jetzt ohne jeden religiösen Bezug.

Inzwischen versucht die Kirche, diesem Tag wieder einen christlichen Sinn zu geben. Sei es, daß sie Ehepaare einlädt, ihr Eheversprechen zu erneuern, sei es durch »Segnungsgottesdienste« für Liebende. Letzteres ist nicht unproblematisch, da auch Beziehungen gesegnet werden, die gar nicht auf eine christliche Ehe hinstreben.

(Thomas Steimer)

 

"Der Durchblick" Nr. 73, Januar 2011


 
 

Zitat des Moments

»Die wahre Mehrheit sind die Heiligen in der Kirche.«

Papst Benedikt XVI. beim Weltpriestertreffen am 10.06.2010.