Die Frage, was richtig ist, läßt sich schnell beantworten. Das Meßbuch gibt als Segensformel für den Priester (ebenso für den Bischof und den Diakon) an: »Es segne euch...« Wenn dagegen ein Laie eine andern Gebetsfeier (z.B. Stundengebet) leitet, dann spricht er die Worte »Es segne uns...«

 

Man kann zunächst beruhigen: Es ist nicht so, daß der Segen dadurch ungültig würde, wenn die »falsche« Formulierung gewählt wird. Wohl aber gilt: Die Kirche wünscht, daß alle liturgischen Texte (außer in eng begrenzten Ausnahmesituationen, etwa bei der Feier mit behinderten Menschen) grundsätzlich nicht verändert werden sollen.

Zum einen soll das verhindern, daß in der Liturgie Formulierungen gebraucht werden, die dem Glauben widersprechen.

 

Zum anderen erinnert diese Regelung sowohl den Priester als auch die Gemeinde daran, daß die Liturgie nicht Privatfeier, sondern immer Gottes dienst der ganzen Kirche ist. Diese Gemeinschaft würde verdunkelt, wenn jeder sein eigenes Süppchen kochen würde – was leider mancherorts immer wieder geschieht.

 

Der Grund für die Kirche, die Formulierung beim Segen zwischen Priester und Laien zu unterscheiden, liegt darin, daß nach alter Überzeugung der priesterliche Segen unmittelbar Segnung durch Gott selber ist. (Katechismus der Katholischen Kirche 1548 und 1669)

Ähnlich ist dies bei den Wandlungsworten der Meßfeier oder bei der Lossprechung in der Beichte, wo der Priester ja gewissermaßen seinen Mund Gott nur »leiht« so daß in Wahrheit Christus sagt: »Das ist mein Leib.« und »Ich spreche dich los.«). Es ist dann also nicht nur Segenswunsch (wie beim »normalen« Laien), sondern unmittelbar Segnung Gottes.

(Pfr. Elmar Stabel)

 

"Der Durchblick" Nr. 75, Mai 2011


 
 

Zitat des Moments

»Ihr werdet die Schwachen nicht stärken, indem ihr die Starken schwächt. Ihr werdet den Arbeitern nicht helfen indem ihr die ruiniert, die sie bezahlen. Ihr werdet keine Brüderlichkeit schaffen, indem ihr Klassenhaß schürt. Ihr werdet den Armen nicht helfen, indem ihr die Reichen bekämpft. Der Staat wird bestimmt keine Wohlfahrt schaffen, wenn er mehr ausgibt, als er einnimmt. Ihr könnt den Menschen nicht dauerhaft helfen, wenn ihr das für sie erledigt, was sie selber für sich tun sollten und könnten.«

Abraham Lincoln (US-amerikanischer Präsident 1861-1865)