Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) sagt dazu eindeutig: »Im Notfall kann jeder Mensch taufen, sofern er nur die Absicht hat, das zu tun was die Kirche tut und Wasser über den Kopf des Täuflings gießt und sagt Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.« (KKK 1284)

Nach dem Kirchenrecht (CIC) sind ordentliche Spender der Taufe der Bischof, der Priester und der Diakon (Can 867, §1). Doch die Taufe ist so wichtig, daß die Kirche ihr in Notfällen möglichst wenige Hindernisse in den Weg legen will. Daher muß sich der Taufspender nicht im Stand der Gnade befinden, ja im Notfall kann sogar ein Ungetaufter (s.o. »jeder Mensch«!) die Taufe spenden.

Weiterhin legt das Kirchenrecht fest: »Ein Erwachsener, der sich in Todesgefahr befindet, kann getauft werden, wenn er bei einer gewissen Kenntnis der grundlegenden Glaubenswahrheiten auf irgendeine Weise seinen Willen zum Empfang der Taufe bekundet hat und verspricht, sich an die Gebote der christlichen Religion zu halten.« (Can 865, §2)

Und: »Wenn sich ein Kind in Todesgefahr befindet, ist es unverzüglich zu taufen.« (Can 867 §2) Tote können dagegen nicht getauft werden. Wenn man bei einer Frühgeburt nicht weiß, ob das Kind lebt, soll ihm bedingungshalber (»Wenn du lebst, taufe ich dich...«) die Taufe gespendet werden.

Die Taufe ist dem zuständigen Pfarramt zu melden, das die Richtigkeit des Taufvollzugs überprüft und die Taufe im Taufregister vermerkt. Sollte der Täufling überleben, wird die Taufe in einem Gottesdienst bestätigt, jedoch nicht wiederholt!! Denn jeder gültig getaufte Mensch kann nur einmal getauft werden.

 

In diesem Fall wird dann aber in der gottesdienstlichen Feier all das gemacht, was in jeder anderen Tauffeier auch vorgesehen ist: Taufversprechen und Absage an das Böse, Fürbitten, Salbung mit Chrisam, Übergabe des weißen Kleides und der brennenden Kerze usw.

(Pfr. Dr. Helmut Prader)

 

"Der Durchblick" Nr. 77, September 2011


 
 

Zitat des Moments

»Wenn wir den Rosenkranz beten, leiht uns Maria ihr Herz und ihre Augen, um das Leben ihres Sohnes, Christus Jesus, zu betrachten.«

Papst Benedikt XVI. in seiner Ansprache zur Lichterprozession in Lourdes am 14. September 2008