Die Regelung in der katholischen Kirche ist eindeutig: »Ordentliche Kommunionspender« (die also normalerweise zum Einsatz kommen) sind allein Bischöfe, Priester und Diakone.

Laien sind also immer »außerordentliche Kommunionspender«. Ihr Einsatz ist auf Ausnahmefälle beschränkt und nur erlaubt, wenn keine ordentlichen Kommunionspender anwesend sind oder diese, obwohl anwesend, nicht in der Lage sind, ihren Dienst auszuführen (etwa durch Alter oder Krankheit), oder die Teilnahme vieler Gläubiger, die die heilige Kommunion empfangen möchten, die Eucharistiefeier allzusehr in die Länge ziehen würde, weil zu wenige ordentliche Kommunionspender verfügbar sind.

Hierzu wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß dies nicht zu einem gewohnheitsmäßigen Gebrauch führen soll »unter willkürlicher Ausweitung des Begriffs der ›zahlreichen Teilnahme‹.«

 

Über die Frage, ob ein solcher Kommunionhelfer bei der Meßfeier den Tabernakel öffnen darf oder soll, gibt es bisher keine offizielle Weisung der Kirche. (Diese Möglichkeit wird aber für den Fall außerhalb der Meßfeier erwähnt, etwa bei der Krankenkommunion oder der Aussetzung des Allerheiligsten.)

Aus der Logik des Ganzen ist aber klar, daß der Umgang mit dem Allerheiligsten Sakrament der geweihten Person zugeordnet wird. In diesem Sinne ist es ähnlich wie bei der Kommunionspendung vernünftig, wenn der Laie nur dann zum Tabernakel geht, wenn entweder gar kein Geweihter anwesend oder dieser nicht dazu in der Lage ist, oder aber wenn dieser Gang zum Tabernakel eine übermäßige Verlängerung der Feier bedeuten würde.

Innerhalb einer Meßfeier dürften solche Bedingungen aber wohl nur äußerst selten zutreffen.

(Pfr. Elmar Stabel)

 

"Der Durchblick" Nr. 78, November 2011


 
 

Zitat des Moments

»Man kann die Lehrautorität der Kirche nicht im Jahr 1962 einfrieren - das muß der Bruderschaft ganz klar sein. Aber manchen von denen, die sich als große Verteidiger des Konzils hervortun, muß auch in Erinnerung gerufen werden, daß das II. Vaticanum die ganze Lehrgeschichte der Kirche in sich trägt. Wer ihm gehorsam sein will, muß den Glauben der Jahrhunderte annehmen und darf nicht die Wurzeln abschneiden, von denen der Baum lebt.«

Papst Benedikt XVI. in einem Brief an die Bischöfe in aller Welt vom 10.3.2009 zur Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe der Piusbruderschaft