Wem kann man es verübeln, wenn er keine Achtung vor der Theologie hat? Bekanntlich lehren uns viele Theologen, Jesu jungfräuliche Empfängnis, Wunder und Auferstehung seien unhistorisch, die Dogmen unzeitgemäß, die Gebote unzumutbar und die Ansprüche der Hierarchie anmaßend und lieblos. Eine Wissenschaft, die ihre eigenen Grundlagen bestreitet, nimmt niemand ernst.

 

Aber ist Theologie überhaupt eine Wissenschaft? Wenn man darunter die systematische Erforschung eines bestimmten Gebietes unter der Voraussetzung bestimmter Prinzipien versteht, dann ist Theologie Wissenschaft: »Glaubenswissenschaft«. Sie erforscht ja die göttliche Offenbarung anhand der Quellen, nämlich der Bibel und ihrer Erklärung durch die kirchliche Überlieferung.

Dabei stammt das Licht, in dem diese Wahrheiten betrachtet werden, nicht vom Theologen selbst, sondern von Gott: das »Licht des Glaubens«. Daher waren und sind die wirklich großen Theologen zumeist heilige Menschen mit hohem Anteil an diesem Licht. Hingegen wird aus der heiligen Gotteswissenschaft allzu schnell ein leeres, gefährliches Geschwätz, sobald der Glaube schwindet...

(P. Bernward Deneke)

 

"Der Durchblick" Nr. 79, Januar 2012


 
 

Zitat des Moments

»Man kann die Lehrautorität der Kirche nicht im Jahr 1962 einfrieren - das muß der Bruderschaft ganz klar sein. Aber manchen von denen, die sich als große Verteidiger des Konzils hervortun, muß auch in Erinnerung gerufen werden, daß das II. Vaticanum die ganze Lehrgeschichte der Kirche in sich trägt. Wer ihm gehorsam sein will, muß den Glauben der Jahrhunderte annehmen und darf nicht die Wurzeln abschneiden, von denen der Baum lebt.«

Papst Benedikt XVI. in einem Brief an die Bischöfe in aller Welt vom 10.3.2009 zur Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe der Piusbruderschaft