Jesus Christus ist wahrhaft von den Toten auferstanden. Das bedeutet, daß sich seine Seele wieder mit dem im Grab liegenden Leib vereinte. Mit verklärtem Leib ist Christus ins Leben zurückgekehrt und den Aposteln erschienen. Das Grabwar leer.

Es handelt sich um ein historisches Ereignis, das wie andere historische Ereignisse auch der Geschichtsforschung zugänglich ist: durch menschliches Zeugnis. In diesem Fall kommt noch hinzu, daß dieses Zeugnis und seine Weitergabe von Gott durch Wunder wie mit einem Siegel bestätigt wurden, und zwar die ganze Kirchengeschichte hindurch.

Die Auferstehung ist ein historisches und gleichzeitig ein übernatürliches Ereignis. Das widerspricht sich nicht. Darin liegt gerade das Besondere des Christentums, daß Gott durch die Menschwerdung in die Geschichte eingegriffen hat.

Die Auferstehung symbolisch umzudeuten und die theologische Dimension von der historischen zu trennen, bedeutet die Entkernung des Christentums. Nur als reales historisches Ereignis ist die Auferstehung Jesu auch das Unterpfand unserer eigenen Auferstehung am Jüngsten Tag (vgl. 1 Kor 15).

(P. Engelbert Recktenwald)

 

„Der Durchblick“ Nr. 60, November 2008


 
 

Zitat des Moments

»Ja, sie haben die Schwelle niedrig gelegt. [...] Viele Kirchen sind ja nur noch Sozialhilfestationen oder Bühnen, wo man Lieder mit Klampfe spielt, die man auch in jedem Pfadfinderverein finden kann. Es ist sehr viel an Geheimnis und an Respekt verloren gegangen.«

Matthias Matussek, Publizist, in »Cicero«, Januar 2009