Die Bischöfe sind aufgrund göttlichen Rechts als Nachfolger der Apostel dazu bestimmt, die Kirche Gottes zu leiten. Sie besitzen die Fülle der Weihegewalt, d.h. sie können alle Sakramente, insbesondere die Firmung, die Bischofs- und die Priesterweihe spenden.

Bezüglich der Weihegewalt hat ihnen der Papst nichts voraus. Ihm sind sie hinsichtlich der Hirtengewalt untergeordnet. Der Papst besitzt universale Hirtengewalt über die ganze Kirche, der Bischof hat eine ordentliche, unmittelbare und von Gott eingesetzte Hirtengewalt über seine Diözese.

Dazu gehören die gesetzgebende, richterliche und strafende Gewalt und als vornehmster Teil das Lehramt. Dies legt ihm die Verantwortung für die unverfälschte Verkündigung des Wortes Gottes auf. Alle Pfarrer, Religionslehrer und andere Verkünder des Wortes dürfen dies nur in Abhängigkeit vom Bischof und mit seiner Sendung tun.

Der Bischof, der in seiner Diözese nicht dafür Sorge trägt, daß in seinem Namen der Glaube unverkürzt verkündet und die Sakramente ordnungsgemäß gespendet werden, versagt in dem, was den vornehmsten Teil seiner Verantwortung ausmacht.

(P. Engelbert Recktenwald)

 

„Der Durchblick“ Nr. 61, Januar 2009


 
 

Zitat des Moments

»Wir fühlen innerlich mit Christus, der Jerusalem betrat im vollen Bewußtsein, daß die Konsequenz seiner Liebe zur Menschheit das Kreuz sein würde. Nun haben Gewehrkugeln unsere Kirchenfenster zerschmettert, und wir opfern unser Leid auf als ein Zeichen unserer Liebe zu Gott. [...] Jeden Tag warten wir auf den entscheidenden Anschlag. Aber wir werden nicht aufhören, die Heilige Messe zu feiern.«

Ragheed Aziz Ganni, irakischer Priester am 1.4.2007, ca. zwei Monate bevor er ermordet wurde, weil er sich weigerte, zum Islam überzutreten. Zitiert von »Kirche in Not«