Ein Wort, so allgemein, daß es alles oder nichts bedeuten kann. Es läßt sich ohne Mühe auswechseln. Rühmt man z.B. das »christliche Verhalten« einer Person, ihre Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Friedlichkeit, so könnte man stattdessen ebenso gut ihre »Menschlichkeit« rühmen. Beruft sich ein Politiker auf »christliche Werte«, dann spricht er fast immer von humanistischen Werten.

Was also ist »christlich«? Zuallererst ein konkreter Glaubensinhalt. »Jesus ist der Christus, der Sohn Gottes, der Erlöser«, bringt das frühchristliche Kurzcredo das unterscheidend Christliche auf den Punkt. Erst von hier aus kann dann auch ein Verhalten »christlich« genannt werden, insofern es sich nämlich aus dem Glauben ergibt und den Lehren Jesu Christi entspricht.

Außerdem weist das Wort »christlich« noch über sich hinaus: Der, nach dem die Christen benannt werden, hat ja eine Kirche gegründet und lebt in ihr fort. Wer »christlich« sagt, müßte also konsequenterweise auch »kirchlich« sagen.

Jedenfalls ist es an der Zeit, daß wenigstens Christen das Wort »christlich« wieder in seiner wahren Bedeutung verwenden.

(P. Bernward Deneke)

 

„Der Durchblick“ Nr. 62, März 2009


 
 

Zitat des Moments

»Ihr werdet die Schwachen nicht stärken, indem ihr die Starken schwächt. Ihr werdet den Arbeitern nicht helfen indem ihr die ruiniert, die sie bezahlen. Ihr werdet keine Brüderlichkeit schaffen, indem ihr Klassenhaß schürt. Ihr werdet den Armen nicht helfen, indem ihr die Reichen bekämpft. Der Staat wird bestimmt keine Wohlfahrt schaffen, wenn er mehr ausgibt, als er einnimmt. Ihr könnt den Menschen nicht dauerhaft helfen, wenn ihr das für sie erledigt, was sie selber für sich tun sollten und könnten.«

Abraham Lincoln (US-amerikanischer Präsident 1861-1865)