»Ein Gott in drei Personen«. Aber wer versteht denn das überhaupt, dieses 1 = 3? Wo ist die Bedeutung für unser Leben? Und selbst, wenn es eine gibt, ist sie dann auch wichtig genug, die Distanz zu Judentum und Islam zu rechtfertigen? Beide lehnen ja die Dreifaltigkeit vehement ab: Sie laufe auf Vielgötterei heraus, sei daher ein eklatanter Verstoß gegen den reinen Ein-Gott-Glauben, heißt es. Deshalb wurde auch auf christlicher Seite vorgeschlagen, den Ballast, der die Fahrt in Richtung Einheit so sehr hemmt, über Bord zu werfen.

Man müßte zurückfragen: Ist denn ohne die Dreifaltigkeit überhaupt noch irgendetwas an unserem Glauben verständlich? Menschwerdung des Sohnes und Erlösung; Sendung des Geistes und Heiligung; Meßopfer und Ausspendung der Gnade »im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes« – alles, wirklich alles setzt doch den dreipersönlichen Gott voraus. Und liegt nicht gerade in dieser ewigen Gemeinschaft (statt eines einsamen Gottes) die höchste Seligkeit?

Nein, nicht aufgeben, vielmehr anbeten und verkünden sollen wir die Dreifaltigkeit!

(P. Bernward Deneke)

 

„Der Durchblick“ Nr. 63, Mai 2009

 


 
 

Zitat des Moments

»Vielleicht bin ich so geworden, wie ich bin, weil meine Eltern mich nicht in eine Krippe geschickt haben [...] Das hat mein Vater, der Pastor, nicht geduldet.«

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Magazin »Cicero« (Mai 2009) auf die Frage nach ihrem unerschütterlichen Frohsinn