Wenn es etwas gibt, das auch Außenstehende für »typisch christlich« halten, dann doch wohl den Einsatz für den Frieden. Aber ausgerechnet über den Frieden äußert sich Jesus scheinbar sehr widersprüchlich. Er, der von den Propheten verheißene Friedensfürst, preist zwar die Friedensstifter selig (Mt 5,9) und spricht zu den Aposteln von Seinem Frieden (Joh 14,27). Jedoch vernehmen wir aus Seinem Mund auch das erschreckende Wort, Er sei nicht gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen, sondern das Schwert (Mt 10,34).

Offensichtlich unterscheidet sich Sein Friede wesentlich von dem Frieden, den die Welt geben kann (vgl. Joh 14,27). Er ist nicht die Ruhe einer äußeren Ordnung, die durch diplomatische, politische oder militärische Unternehmungen erreicht wird. Vielmehr die Ruhe der Ordnung Gottes – jener Ordnung der Wahrheit und Liebe, die in der gefallenen Welt unvermeidlich auf Ablehnung und Feindschaft stößt.

Für den Christen gibt es demnach keinen Frieden um jeden Preis. Es gibt ihn letztlich nur um den einen Preis des Blutes Christi, das der Lösepreis unseres Heils ist!

(P. Bernward Deneke)

 

„Der Durchblick“ Nr. 65, September 2009


 
 

Zitat des Moments

»Mensch der Moderne sein heißt, den fremden Tod kalten Herzens sehen und nie an den eigenen denken.«

Der kolumbianische Philosoph Nicolás Gómez Dávila (1913- 1994)