Rechtfertigung ist die Versetzung des Sünders in den Stand des Heils. Sie geschieht durch die stets unverdiente Eingießung der heiligmachenden Gnade bei der Taufe, dem Empfang des Bußsakraments oder der vollkommenen Reue. Beim zum Vernunftgebrauch erwachten Menschen ist die Mitwirkung des freien Willens erfordert.

Die heiligmachende Gnade ist Teilhabe an der Gerechtigkeit Christi und mit der göttlichen Tugend der Liebe identisch (Duns Scotus) oder zumindest immer mit ihr verbunden (Thomas v. Aquin). Durch sie wird der Mensch innerlich gereinigt, umgewandelt, geheiligt und ein Kind Gottes.

Gnadenstand und Stand der Todsünde schließen einander aus. Durch gute Werke kann der Mensch in der Liebe wachsen.

In der Rechtfertigungslehre begann bei Luther, der von der Frage nach dem gnädigen Gott getrieben war, die Abwendung von der katholischen Lehre. Für ihn war nicht die heiligmachende Gnade, sondern der Glaube an die Vergebung das Entscheidende. Innerlich, so Luther, bleibe der Mensch sündhaft, weshalb der Gerechtfertigte Gerechter und Sünder zugleich sei.

(P. Engelbert Recktenwald)

 

„Der Durchblick“ Nr. 53, September 2007

 


 
 

Zitat des Moments

»Die wahre Mehrheit sind die Heiligen in der Kirche.«

Papst Benedikt XVI. beim Weltpriestertreffen am 10.06.2010.