Sakramente sind Zeichen, die aufgrund göttlicher Einsetzung die Kraft haben, die Gnade nicht nur zu bezeichnen, sondern auch zu bewirken. Sie wirken ex opere operato, d.h. kraft der vollzogenen sakramentalen Handlung, also z.B. unabhängig von der Heiligkeit des Spenders: Die Lossprechung durch einen sündhaften Priester ist genauso gültig wie die durch einen heiligen. Lediglich die Absicht, das zu tun, was die Kirche tut, ist auf Seiten des Spenders zur Gültigkeit notwendig: Eine gespielte Taufe in einem Theaterstück ist ungültig, weil diese Intention fehlt. Die Sakramente bringen ihre Wirkung unfehlbar hervor, solange seitens des Empfängers kein Hindernis entgegengesetzt wird. Ein solches Hindernis ist z.B. der mangelnde Wille, sie zu empfangen oder bei der Beichte die mangelnde Reue.

Jedes Sakrament verleiht die heiligmachende Gnade und eine je spezifische Sakramentsgnade. Die heiligmachende Gnade wird entweder eingegossen (Taufe, Beichte) oder vermehrt. Taufe, Firmung und Weihe prägen der Seele ein unauslöschliches geistiges Merkmal ein und können deshalb nicht wiederholt werden.

(P. Engelbert Recktenwald)

 

„Der Durchblick“ Nr. 54, November 2007

 


 
 

Zitat des Moments

»Wir müssen begreifen, daß orthodoxe und katholische Gläubige nicht länger Rivalen sind. Wir sind Verbündete. Diese Rivalität muß ein für allemal aufhören.«

Der russisch-orthodoxe Bischof von Wien und Österreich Hilarion Alfeyev in einem Interview, zitiert vom Nachrichtenportal »kath.net« am 24.4.2008