Der Tod des Menschen ist die Trennung von Leib und Seele und als solche die Folge der Sünde (vgl. Röm 5,12).

Gleichzeitig ist er der Abschluß der irdischen Lebensgeschichte des Einzelnen, das endgültige Ende aller Möglichkeit, zu sündigen oder verdienstlich Gutes zu tun. Was folgt, ist das Gericht. Die Biographie des Einzelnen hat ihre endgültige Gestalt gefunden, die Zeit ist unwiederbringlich dahin. Nachträgliche Korrekturen sind unmöglich, es wird nur noch Bilanz gezogen. Der Wille des Menschen bleibt in Ewigkeit so, wie er im Augenblick des Todes angetroffen wird, Gott in Liebe zugewandt oder durch die Sünde von ihm abgewandt: Himmel oder Hölle. Diese ergeben sich aus der Natur der Sache, nicht etwa aus der Willkür Gottes.

Die Seele sieht im Gericht, daß Gott in äußerster Gerechtigkeit richtet. Sie erntet, was sie gesät hat. Der Tod verleiht dem Leben seine Einmaligkeit und seinen Ernst, die Lehre von der Wiedergeburt nimmt sie ihm.

Indem Christus den Tod auf sich nahm, ermächtigte er uns, ewiges Leben zu säen und zu ernten und damit den Tod in eine Geburt zu verwandeln.

(P. Engelbert Recktenwald)

 

„Der Durchblick“ Nr. 55, Januar 2008

 


 
 

Zitat des Moments

»In einer Priesterberufung sollte Karriereplanung als Perversion gelten. «

Wilhelm Impkamp, Wallfahrtsdirektor von Maria Vesperbild in »Süddeutsche Zeitung Magazin« 18/2011.