Im strengsten Sinn ist nur Gott unsterblich, weil er allein seinem Wesen nach ewig und unvergänglich ist.

Wenn von der Seele des Menschen die Unsterblichkeit ausgesagt wird, soll damit nicht geleugnet werden, daß sie ihr Fortbestehen dem beständigen schöpferischen Einfluß Gottes verdankt. Vielmehr wird damit ausgesagt, daß sie über den Tod hinaus existiert und nach dem Willen Gottes in Ewigkeit nicht aufhören wird zu existieren. Der Tod des Menschen besteht in der Trennung von Leib und Seele. Da die Seele als Geist einfach IST, kann sie nicht wie der Leib in ihre Bestandteile zerfallen.

Die Unsterblichkeit der Seele macht allem Wunschdenken, sich durch den Tod aus der Verantwortung zu stehlen, einen Strich durch die Rechnung. Nach dem Tod erscheint die Seele vor dem Richterstuhl Gottes. Der Mensch kann seine ewige Bestimmung erreichen oder für ewig verfehlen. Das verleiht seinem Leben Ernst und Ewigkeitsgewicht.

»Das Wissen um die Unsterblichkeit seiner Seele ist für jeden Christen notwendig mit Furcht und Zittern und Reue verbunden« (John Henry Newman).

(P. Engelbert Recktenwald)

 

„Der Durchblick“ Nr. 56, März 2008


 
 

Zitat des Moments

»Während es in der christlichen Welt kriselt und immer mehr Katholiken die Autorität des Papstes in Frage stellen, glauben ausgerechnet die Lesben, Schwulen und Transgender an die Allmacht des Heiligen Vaters. Da er sie nicht von ihrer sexuellen Orientierung erlösen kann, soll er ihnen wenigstens seinen Segen geben.«

Der jüdische Publizist Henryk M. Broder in seinem Kommentar »Der Papst läßt keine Schwulen steinigen« In: »DieWelt« vom 25. 06.2011