Im strengsten Sinn ist nur Gott unsterblich, weil er allein seinem Wesen nach ewig und unvergänglich ist.

Wenn von der Seele des Menschen die Unsterblichkeit ausgesagt wird, soll damit nicht geleugnet werden, daß sie ihr Fortbestehen dem beständigen schöpferischen Einfluß Gottes verdankt. Vielmehr wird damit ausgesagt, daß sie über den Tod hinaus existiert und nach dem Willen Gottes in Ewigkeit nicht aufhören wird zu existieren. Der Tod des Menschen besteht in der Trennung von Leib und Seele. Da die Seele als Geist einfach IST, kann sie nicht wie der Leib in ihre Bestandteile zerfallen.

Die Unsterblichkeit der Seele macht allem Wunschdenken, sich durch den Tod aus der Verantwortung zu stehlen, einen Strich durch die Rechnung. Nach dem Tod erscheint die Seele vor dem Richterstuhl Gottes. Der Mensch kann seine ewige Bestimmung erreichen oder für ewig verfehlen. Das verleiht seinem Leben Ernst und Ewigkeitsgewicht.

»Das Wissen um die Unsterblichkeit seiner Seele ist für jeden Christen notwendig mit Furcht und Zittern und Reue verbunden« (John Henry Newman).

(P. Engelbert Recktenwald)

 

„Der Durchblick“ Nr. 56, März 2008


 
 

Zitat des Moments

»Die Liturgie schaut immer auf zu Gott und nicht zur Gemeinschaft. Nicht die Gemeinschaft macht die Liturgie, sondern Gott macht sie. Er kommt auf uns zu und bietet uns an, teil zu haben an seinem Leben, an seiner Barmherzigkeit und seiner Vergebung. Wenn man die Liturgie wahrhaft lebt und Gott wirklich in ihrem Mittelpunkt steht, verändert sich alles.«

Der Präfekt der Liturgiekongregation Kardinal Cañizares Llovera in einem Interview für die spanische Zeitung »Catalunya Christiana« am 26.10.2009