Wunder sind Handlungen, die sich nicht von den Grenzen aufhalten lassen, welche die Naturgesetze normalerweise dem Handeln setzen. Dadurch sind sie Machterweise, die zeigen, daß der Handelnde Herr selbst über die Natur ist. Genau zu dieser Erkenntnis gelangten die Zeugen der von Jesus gewirkten Wunder: »Wer ist dieser, daß sogar Wind und Wasser ihm gehorchen?« (Lk 8,25).

Jesu Wunder waren das göttliche Siegel, das seine Botschaft und seinen Anspruch beglaubigte. Deshalb verlangt er, wenigstens um der Werke willen zu glauben, denn diese legen Zeugnis von ihm ab (Joh 10 und 14). Sie sind Glaubwürdigkeitsmotive, die nicht zum Glauben zwingen, aber dem Gutwilligen die Vernünftigkeit und Gesolltheit des Glaubens aufweisen.

Die Wunder sind aber nicht nur Erweise von Jesu Macht, sondern auch seiner Güte. Sie sind keine Spektakel zur Befriedigung der Sensationslust, sondern Heilszeichen und Offenbarung seiner Herrlichkeit: »So machte Jesus zu Kana in Galiläa den Anfang mit seinen Wundern. Er offenbarte dadurch seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.« (Joh 2, 11)

(P. Engelbert Recktenwald)

 

„Der Durchblick“ Nr. 58, Juli 2008

 


 
 

Zitat des Moments

»Der Charakter der Mission ist nichts, was dem Glauben äußerlich hinzugefügt wäre, sondern die Dynamik des Glaubens selbst. Wer Jesus gesehen hat, wer ihm begegnet ist, muß zu den Freunden eilen und ihnen sagen: ›Wir haben ihn gefunden, es ist Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist.‹«

Benedikt XVI. im röm. Priesterseminar am 12.2.2010