Den Namen eines höheren Wesens zu kennen, verleiht Macht; man kann es beschwören zu Segen und Schutz, zu Rache und Fluch. – An dieser magischen Vorstellung ist etwas Richtiges. Gibt es nicht einen Namen, in dessen Kraft wir Dämonen austreiben, ohne Schaden Tödliches trinken und Kranke heilen können (vgl. Mk 16,17f.)? Schon vor Tod und Auferstehung hatte ein Mann außerhalb des Jüngerkreises im Namen Jesu Dämonen ausgetrieben (Lk 9,49). Später aber zeigte sich die Macht des Namens unentwegt. So heilte Petrus den Gelähmten mit den Worten: »Im Namen Jesu Christi, des Nazareners, steh auf und geh umher!« (Apg 3,6)

Woher die Kraft dieses Namens? Es ist der Name des menschgewordenen Gottes; der »Name über alle Namen«, vor dem jedes Knie sich beugen soll (Phil 2,9f.). Die Bedeutung Jesus = »Gott rettet« beinhaltet ein göttliches Programm: »Du sollst Ihm den Namen Jesus geben, denn Er wird Sein Volk erretten von seinen Sünden.« (Mt 1,21) Daher ist in keinem anderen Namen Rettung (Apg 4,12).

Sind wir uns wohl der rettenden Macht des Namens bewußt, den wir so oft im Munde führen?

(P. Bernward Deneke)

 

"Der Durchblick" Nr. 69, Mai 2010


 
 

Zitat des Moments

»Gläubige bleiben der Gemeinde fern, schreibt Ihr [...], wenn sie sich nicht ›an der Leitung ihrer Gemeinde beteiligen‹ dürfen. Woher wißt Ihr das? Kommt der Katholik zur Messe, weil er leiten will? Ist das der Inhalt der Liturgie: Einübung in Leitungskompetenz?«

Alexander Kissler, Kulturjournalist, in einem Offenen Brief an die Unterzeichner des Theologen-Memorandums, 7.02.2011.