Erstaunlich, aber wahr: Die angebliche Männerkirche ist weiblich! Obwohl ihr unsichtbares Oberhaupt, Jesus Christus, und ihr sichtbares Oberhaupt, der Papst, außerdem die Bischöfe und Priester, die in Lehre, Leitung und Liturgie an die Stelle des Herrn treten, männlichen Geschlechtes sind, benutzen wir in den verschiedenen Sprachen doch weibliche Worte, sie zu benennen. So vor allem die Ableitungen der griechischen Worte ekklesía (»Versammlung «, wörtlich »Herausgerufene «, daher lateinisch ecclesia, italienisch chiesa, spanisch iglesia, französisch église) und kyriaké (»die dem Kyrios = Herrn Gehörende«, daher englisch church, niederländisch Kerk, deutsch Kirche).

Was will uns das sagen? Es weist uns darauf hin, daß die Kirche Braut und Mutter ist. Als Seine Braut wird sie »ein Leib« mit Christus: geheimnisvoller Leib Christi. Und als unsere Mutter schenkt sie uns das Leben, nährt und erzieht sie uns. Man kann sagen: Die Kirche trägt in ihrem äußeren, amtlichen Bereich männliche Züge; doch ihre Innenseite, ihr Wesen ist weiblich, nämlich bräutlich, mütterlich und jungfräulich wie Maria.

(P. Bernward Deneke)

 

"Der Durchblick" Nr. 70, Juli 2010


 
 

Zitat des Moments

»Man kann die Lehrautorität der Kirche nicht im Jahr 1962 einfrieren - das muß der Bruderschaft ganz klar sein. Aber manchen von denen, die sich als große Verteidiger des Konzils hervortun, muß auch in Erinnerung gerufen werden, daß das II. Vaticanum die ganze Lehrgeschichte der Kirche in sich trägt. Wer ihm gehorsam sein will, muß den Glauben der Jahrhunderte annehmen und darf nicht die Wurzeln abschneiden, von denen der Baum lebt.«

Papst Benedikt XVI. in einem Brief an die Bischöfe in aller Welt vom 10.3.2009 zur Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe der Piusbruderschaft