Erstaunlich, aber wahr: Die angebliche Männerkirche ist weiblich! Obwohl ihr unsichtbares Oberhaupt, Jesus Christus, und ihr sichtbares Oberhaupt, der Papst, außerdem die Bischöfe und Priester, die in Lehre, Leitung und Liturgie an die Stelle des Herrn treten, männlichen Geschlechtes sind, benutzen wir in den verschiedenen Sprachen doch weibliche Worte, sie zu benennen. So vor allem die Ableitungen der griechischen Worte ekklesía (»Versammlung «, wörtlich »Herausgerufene «, daher lateinisch ecclesia, italienisch chiesa, spanisch iglesia, französisch église) und kyriaké (»die dem Kyrios = Herrn Gehörende«, daher englisch church, niederländisch Kerk, deutsch Kirche).

Was will uns das sagen? Es weist uns darauf hin, daß die Kirche Braut und Mutter ist. Als Seine Braut wird sie »ein Leib« mit Christus: geheimnisvoller Leib Christi. Und als unsere Mutter schenkt sie uns das Leben, nährt und erzieht sie uns. Man kann sagen: Die Kirche trägt in ihrem äußeren, amtlichen Bereich männliche Züge; doch ihre Innenseite, ihr Wesen ist weiblich, nämlich bräutlich, mütterlich und jungfräulich wie Maria.

(P. Bernward Deneke)

 

"Der Durchblick" Nr. 70, Juli 2010


 
 

Zitat des Moments

»40 Jahre nach ihrer Veröffentlichung zeigt diese Lehre nicht nur ihre unveränderte Wahrheit auf, sondern sie offenbart auch die Weitsicht, mit der man dem Problem begegnete.«

Papst Benedikt XVI. über »Humanae Vitae« (Mai 2008)