Die Liebe ist gleichsam die Seele des christlichen Lebens. Ohne sie wäre alles tot und unfruchtbar. Aber welche Liebe ist denn da gemeint? Unser deutsches Wort »Liebe« hat ja ein Bedeutungsspektrum, das von schmutzigsten Niederungen bis in höchste Höhen reicht. Allzu vieldeutig erscheint deshalb die Aussage des heiligen Augustinus »Liebe – und tue, was du willst!« Man könnte sie leicht mißverstehen im Sinne der frivolen Frage: »Kann denn Liebe Sünde sein?« Darüber, welche Liebe gemeint sei, erteilt uns der Glaube Auskunft: »Gott ist die Liebe« (1 Joh 4,16). Demnach ist der ewige Austausch des Vaters und des Sohnes im Heiligen Geist die Urliebe. Aus ihr geht in Gestalt des menschgewordenen, geopferten Sohnes die Erlöserliebe hervor. Durch den Heiligen Geist wird die göttliche Liebe in unsere Herzen ausgegossen (vgl. Röm 5,5). So sind wir gleichsam an den Stromkreis der dreifaltigen Liebe angeschlossen und vermögen Gott und den Nächsten wahrhaft zu lieben (Mt 22,37-39). Wunderbare Zusammenhänge, die das Pauluswort in helles Licht rücken: »Am größten ist die Liebe« (vgl. 1 Kor 13,13)!

(P. Bernward Deneke)

 

"Der Durchblick" Nr. 71, September 2010


 
 

Zitat des Moments

»Irgendwann werden wir – vielleicht nicht in zehn Jahren, aber in 20, 30, 40, vielleicht 50 Jahren – von einer christlich-jüdisch-islamischen Kultur in Deutschland sprechen.«

Kenan Kolat, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, zit. nach »Die Tagespost«, 09.10.2010.