Weshalb Maria? Brauchen wir denn eine Vorzimmerdame, wenn wir jederzeit beim Chef Zutritt haben?

Wer so fragt, hat nicht viel verstanden. Er übersieht die Stellung Mariens im Heilswerk, wie sie aus der Schrift hervorgeht und von der Kirche immer gelehrt wurde. Daher müssen wir zurückfragen:

Ist denn diejenige, die Gott für den Eintritt Seines Sohnes in die Welt erwählt hat; von deren Jawort Er sich in gewisser Weise abhängig gemacht hat; die den Herrn in ihrem jungfräulichen Leib getragen und durch die Geburt der erlösungsbedürftigen Menschheit geschenkt hat; die Ihn erzog und begleitete; auf deren Bitte hin Er Sein erstes Wunder gewirkt hat; die ihrem Sohn bis unter das Kreuz folgte; die Er uns von dort aus zur Mutter gab; die beim Pfingstfest im Herzen der jungen Kirche war; die Gott jetzt schon mit Leib und Seele in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen hat – ist denn diese wunderbare Person nur eine Vorzimmerdame?

Die gläubige Seele weiß es besser als der skeptische Verstand, und die lebendige Erfahrung bestätigt sie darin. Deshalb sollen alle Geschlechter sie seligpreisen!

(P. Bernward Deneke)

 

"Der Durchblick" Nr. 72, November 2010


 
 

Zitat des Moments

»Seien wir ehrlich: die Fähigkeit, Berufungen zum Priesteramt und zum Ordensleben zu fördern, ist ein sicheres Zeichen der Stärke einer Ortskirche. [...] Programme, Pläne und Projekte haben ihren Platz, aber das Erkennen einer Berufung ist vor allem Frucht des innigen Dialogs zwischen dem Herrn und seinen Jüngern.«

Papst Benedikt XVI. an die Bischöfe der USA in Washington am 16.4.2008