Von einem Theologieprofessor vernahm ich einmal, der historische Jesus habe an ein Weihepriestertum niemals gedacht; dieses sei eine spätere, von seinem ursprünglichen Anliegen wegführende Entwicklung. Entsprechend waren die Ansichten des Professors über verwandte Themen wie Meßopfer, Zölibat usw. Bemerkenswert: Besagter Theologe ist selbst Priester...

Angriffe auf das Weihesakrament sind freilich nichts Neues. Schon die Reformatoren des 16. Jahrhunderts wollten nur noch das Priestertum Christi und ein allgemeines Priestertum der Getauften gelten lassen. Demgegenüber hält die Kirche daran fest, daß der Herr seine Apostel beim Letzten Abendmahl zu Priestern geweiht und ihnen die Vollmacht zur Darbringung seines Opfers sowie zur Ausspendung seiner Geheimnisse (vgl. 1Kor 4,1) verliehen hat. An dieser Wahrheit hängt so vieles. Letztlich die ganze Kirche! Deshalb konnte der hl. Pfarrer von Ars sagen: »Wer die Kirche vernichten will, muß den Weihestand vernichten. Denn wo kein Weihestand, da kein Opfer, und wo kein Opfer, da kein Glaube mehr. Wo aber kein Glaube, da ist Gott verdrängt, ohne den es keine Kirche gibt.«

(P. Bernward Deneke)

 

"Der Durchblick" Nr. 75, Mai 2011


 
 

Zitat des Moments

»Das Gewissen besitzt seine Rechte, weil es seine Pflichten hat.«

Der selige John Henry Newman (1810-1890).