Ein Gemälde zeigt das Lamm Gottes, das auf einem Brunnen steht und aus seiner geöffneten Seite Blut und Wasser in ihn fließen läßt. Der Brunnen verfügt über sieben Kanäle; durch sie tritt der Strom der Erlösung in die Welt hinaus.

Ein wahres Bild für die sakramentale Wirklichkeit: Jesus Christus, gleichsam das »Ursakrament«, füllt durch sein Opfer die Kirche, das »Vollsakrament« (Paulus nennt sie in Eph 1,23 die »Fülle Christi«), mit seinen Heilsgnaden. Die Kirche aber teilt sie uns mit in den sieben Sakramenten. Diese sind vom Herrn eingesetzte, sichtbare Zeichen, die eine unsichtbare Gnadenwirkung hervorbringen.

Gott, der Urheber unseres natürlichen wie unseres übernatürlichen Lebens, hat die Sakramente genau den Stationen und Bedürfnissen unseres Weges durch die Welt angepaßt, von der Geburt (Taufe) und dem Vernunftgebrauch (Firmung) über die Ernährung (Kommunion), die Heilung von Krankheiten (Buße) und die Wahl eines Berufes (Standessakramente der Weihe und der Ehe) bis hin zur Errettung in Lebensgefahr (Krankensalbung).

Wer das verstanden hat, der wird »in Freuden schöpfen aus den Quellen des Erlösers« (Jes 12,3)!

(P. Bernward Deneke)

 

"Der Durchblick" Nr. 78, November 2011


 
 

Zitat des Moments

»Wenn wir den Rosenkranz beten, leiht uns Maria ihr Herz und ihre Augen, um das Leben ihres Sohnes, Christus Jesus, zu betrachten.«

Papst Benedikt XVI. in seiner Ansprache zur Lichterprozession in Lourdes am 14. September 2008